Von Wien aus geht es an Wochenenden bequem mit der CJX5 Direktverbindung nach Hieflau (alternativ auch ab Wien Hbf. mit dem Railjet nach Amstetten und dort Umstieg nach Hieflau).


In Hieflau erwartet mich bei der Ankunft bereits das Anrufsammeltaxi der Linie 922 (fährt zum Verbundtarif, aber Anmeldung 2 Stunden vor Abfahrt unter 0650/3922486 notwendig!), welches mich in kurzer Zeit nach Palfau (Haltestelle Schule) bringt, von wo ich kurz nach 10 Uhr starte.
Start in Palfau
In wenigen Minuten ist der Wanderparkplatz in der Nähe der Kirche erreicht, von wo der Weg auf den Gamsstein startet.


Zu Beginn geht’s noch etwa 700 Meter auf einem Güterweg bis zu einem Bauernhof, wo der Weg scharf nach rechts dreht und nach einer Ferienhütte alsbald in den Wald eintaucht. Kurz dafür darf man schon den ersten schönen Ausblick zum Lugauer und Tamischbachturm genießen.


Stärkung auf der Naturfreundehütte
Mäßig steil zuerst durch den Wald und später über eine Wiese erreicht man nach ca. einer Stunde die kleine aber feine Palfauer Naturfreundehütte (Lackneralmhütte), welche jedes Wochenende von Mitte Mai bis Mitte Oktober von Freiwilligen im Rahmen eines Hüttendienstes bewirtschaftet wird. Auf der schönen Hüttenterrasse mit Blick zum Hochkar ist somit eine Stärkung für den weiteren Aufstieg zu empfehlen.


Direttissima auf den Gamsstein
Nur wenige Meter von der Hütte entfernt beginnt der ziemlich geradlinig verlaufende, aber gut trassierte Aufstieg zum Gipfel des Gamssteins. Zunächst geht es noch durch den Wald mit einer Fülle an herrlichen Blumen. Weiter oben wird das Gelände zunehmend freier und das Gipfelkreuz ist schon deutlich zu sehen. Nach einem steilen Schlussanstieg und circa 2 Stunden Gehzeit ab der Hütte ist der Gipfel erreicht.


Oben angekommen kann man dann die ganze Pracht der Bergwelt bewundern: die Aussicht reicht vom Ötscher über den Hochschwab, Eisenerzer Alpen, Gesäuseberge bis zum Toten Gebirge. In der Ferne konnte ich auch noch die markanten Gipfel der Schladminger Tauern erahnen. Absolut lohnend ist der kurze Spaziergang entlang des Grates vom Gipfelkreuz Richtung Südwesten zum Hochkogel, wo sich ein Rastplatz mit einer Panoramatafel befindet.




Grenzbegehung Niederösterreich-Steiermark
Nach einer ausgiebigen Gipfelrast machte ich mich auf den Weg entlang des Grates Richtung Osten, auf dem auch die Landesgrenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark verläuft. Nach einiger Zeit verlässt der Weg den Grat und über schöne Wiesenflächen erreicht man bald die Moarhochalm, wo der weitere Abstiegsweg runter zur Moaralm abzweigt, welche man über einen sehr schönen Wanderweg durch eine abwechslungsreiche Landschaft erreicht.




Ab der Moaralm geht es dann noch circa eine Stunde über eine Forststraße mit langen Kehren runter nach Palfau. Vor der Rückfahrt mit dem Anrufsammeltaxi bietet sich noch eine Stärkung im Gasthaus Stiegenwirt an, das sich direkt neben der Haltestelle „Zur Wacht“ befindet. Nach einer hervorragenden Jause holt mich von dort pünktlich um 16:45 Uhr das Anrufsammeltaxi ab und bringt mich zum Bahnhof Hieflau, von wo ich den Direktzug zurück nach Wien nehme.


Fazit
Eine beeindruckende Wanderung auf bestens gepflegten und markierten Wegen auf einem nicht überlaufenden Berg mit tollen Aussichten und reichhaltiger Flora. Aufgrund des großen Höhenunterschieds und des vorgegebenen zeitlichen Rahmens durch die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel sollte man für diese Tour über eine gute Kondition verfügen. Es bestünde die Möglichkeit von der Naturfreundehütte direkt über einen Forstweg zur Moaralm abzukürzen, wobei man dann den schönsten Teil der Wanderung verpasst.




Ein feiner Bericht, der richtig Lust auf diesen offenbar zu Unrecht unterschätzten Gipfel macht!