Von Mautern nach Seckau

Beim Kumpitzstein – Blick auf Maria Schnee. Foto: Lisa Nussdorfer

Achtung: Diese Tour kann aufgrund des Busfahrplans in Seckau nur von Mo-Fr durchgeführt werden.

Anfang Juli 2025 hatte ich geplant im Urlaub den Mariazeller Gründerweg zu gehen. Start war in Sankt Lambrecht und schon auf der ersten Etappe musste ich umdisponieren. Eine Unwetterwarnung und zwei darauffolgende Regentage brachten mein Vorhaben ziemlich durcheinander. Zur reservierten Unterkunft in Mautern wanderte ich nicht, sondern fuhr mit dem Zug von Knittelfeld mit Umstieg in St. Michael und besuchte im strömenden Regen den Wilden Berg – ein Freizeitpark mit ein paar Tiergehegen. Ich hatte gelesen, dass der Abschnitt von Seckau nach Mautern einer der schönsten des Gründerwegs sein sollte und darum wollte dieses Stück auf keinen Fall auslassen. Für den nächsten Tag war die Wetterprognose auch schon deutlich besser. Warum nicht ein Stück vom Gründerweg in die umgekehrte Richtung gehen? Also machte mich ans Planen und Reservieren für die Wanderung von Mautern nach Seckau. Nach meiner groben Berechnung würde ich 7,5 Stunden Gehzeit benötigen. Zum Übernachten am Ende der Tagesetappe wählte ich wieder ein Hotel in Knittelfeld aus und musste somit den Bus von Seckau nach Knittelfeld um 17:05 erreichen. Oder den um 18:20. Das sollte sich leicht ausgehen.

Nach einem bemerkenswert guten und ausgiebigen Frühstück im Familiengasthof Maier startete ich um 8 Uhr.

Man verlässt den kleinen Ort Mautern, überquert die Liesing, unterquert die rauschende A9, lässt den großen Parkplatz vom Freizeitpark links liegen und geht durch den Schranken die Forststraße bergauf. Der Bremstein ist mit 3 Stunden angeschrieben und die Abschneider durch den Wald sind markiert.

Erstmal Höhenmeter gewinnen, ...
Erstmal Höhenmeter gewinnen, …
... dann zufrieden auf Mautern und das Gößeck schauen. Foto: Lisa Nussdorfer
… dann zufrieden auf Mautern und das Gößeck schauen. Foto: Lisa Nussdorfer

Die Heidelbeerbüsche haben eine praktische Höhe zum Naschen und das begleitende Rauschen der Autobahn ist irgendwann nicht mehr zu hören. Bei einem Wirrwarr aus Forststraße und Harvester-Spuren verliere ich die Orientierung und finde nur mithilfe des GPX-Tracks wieder auf den Wanderweg auf dem ich bis zum Antonikreuz (1.753 Meter) gehe.

Antonikreuz. Foto: Lisa Nussdorfer
Antonikreuz. Foto: Lisa Nussdorfer

Da der Wind ordentlich pfeift, halte ich meine Obstpause dort kurz und gehe zwischen den Latschen Richtung Bremstein.

Blick zurück Richtung Antonikreuz - diesen Kamm ging es lang. Foto: Lisa Nussdorfer
Blick zurück Richtung Antonikreuz – diesen Kamm ging es lang. Foto: Lisa Nussdorfer

Vom Gipfel trennen mich gerade mal ca. 300 Meter, aber ich verzichte auf die Besteigung. Es liegt noch genug Strecke vor mir. Durch Latschen und Almwiese geht der Weg runter auf eine Forststraße, über die ich der Beschilderung folgend erst runter, dann durch den Wald wieder anstrengend bergauf zum Weinmeisterboden zur Oberen Bodenhütte (1.619 Meter) gehe.

Am Weinmeisterboden – Suchbild: wo ist das Dach der Oberen Bodenhütte? Foto: Lisa Nussdorfer
Am Weinmeisterboden – Suchbild: wo ist das Dach der Oberen Bodenhütte? Foto: Lisa Nussdorfer

Ich sehe später, dass eine Abkürzung ohne nennenswerte zusätzliche Höhenmeter möglich gewesen wäre. Da niemand bei der Hütte zum Tratschen ist, suche ich ohne Pause den am wenigsten gatschigen Pfad durch die Wiese zum Wald, es wieder bergauf geht, bis man den Wald verlässt. Der schmale aber auch von Kühen begangene Weg führt auf gleichbleibender Höhenlinie östlich am Tagwart entlang und bietet herrliche Ausblicke.

Eigentlich geht es eben dahin. Foto: Lisa Nussdorfer
Eigentlich geht es eben dahin. Foto: Lisa Nussdorfer
Kugelstein. Foto: Lisa Nussdorfer
Kugelstein. Foto: Lisa Nussdorfer

Der Kugelstein ist eine interessante Felsformation und man sieht schon von weitem wie der Weg weiter durch die Büsche gehen wird. Es gilt ein Bächlein zu überqueren und einen Weg durchs Gebüsch zu finden, der nicht direkt an den Kühen, die am und im Weg stehen, vorbeiführt.

Bis ich bei ihnen bin, sind sie zum Glück schon weitergezogen und ich kann ungehindert passieren. Ich betrete wieder freie Fläche, wo der Wind ungehindert bläst und beim Kumpitzstein gelingt mir nur ein sehr verwackeltes Panoramafoto.

Beim Kumpitzstein – Blick auf Maria Schnee. Foto: Lisa Nussdorfer
Beim Kumpitzstein – Blick auf Maria Schnee. Foto: Lisa Nussdorfer

Vor mir ist schon Maria Schnee zu sehen, die höchste Wallfahrtskirche der Ostalpen. Dort angelangt, raste ich mich kurz im Vorraum aus.

Geschützter Vorraum von Maria Schnee. Foto: Lisa Nussdorfer
Geschützter Vorraum von Maria Schnee. Foto: Lisa Nussdorfer

Das Thermometer zeigt 7°C. Für den Abstieg bis Seckau rechne ich mit 1 ½ Stunden. Am und neben dem Weg sind immer wieder Kühe, an denen ich zügig vorbeigehe. Ab dem Bauernhof Kühberger verläuft der Weg auf Asphalt. Beim Sonnwenddorf lacht mich der Weiermoar Teich an die Füße darin abzukühlen, aber ich schiebe den Gedanken nach einem Blick auf die Uhr beiseite.

Weiermoar Teich. Foto: Lisa Nussdorfer
Weiermoar Teich. Foto: Lisa Nussdorfer

Kurz vor 18 Uhr schaffe ich es noch in die Konditorei Regner, die für ihren Lebkuchen bekannt ist. Für mich wird es trotzdem eine Schaumrolle und für die Lieben zu Hause ein Säckchen vom Lebkuchen Allerlei gekauft.

Köstliche süße Belohnung. Foto: Lisa Nussdorfer
Köstliche süße Belohnung. Foto: Lisa Nussdorfer

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   9:00 Std Wandern   1.400 HM   1.300 HM   23 km   GPX Track

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