Der Filbling, mit seinen 1.307 Metern nicht gerade ein Riese der Osterhorngruppe, eignet sich für Überschreitungen: der lange NW-Grat (man kann ihn von den Haltestellen „Bus 150, Hof-Schloss Fuschl“ oder auch von „Bus 155, Hof-Gabeisiedlung“ erreichen) ist bis zum Gipfel ein wahrer Wurzelgrat. Beim Abstieg kann man sich dem Fuschlsee oder in mehreren Varianten der Faistenau zuwenden. Hier meine Reportage von Anfang Februar 2026.
In der Nacht hat es seit langem wieder einmal (bis ca. 1.400 Meter) geregnet. Die Loipen in der Faistenau/Tiefbrunnau/Hintersee werden dies nicht „überlebt“ haben. WebCam: https://fuschlseeregion.panomax.com/faistenau
Mein Plan: die Überschreitung des Filblings, und zwar möglichst auf der Sonnseite, in die Tiefbrunnau; da können Schneeschuhe wohl zu Hause bleiben; die SnowSpikes aber gehören jedenfalls in den Rucksack (auch wenn sie diesmal nicht „das Licht der Welt“ erblickten).
Im Bus 150 nach Bad Ischl werfe ich einen verstohlenen Blick auf das Handy vor mir, und sehe zum ersten Mal auf einem Display einen Text in chinesischen Schriftzeichen. Immer wieder wird die Landschaft (die für mich alltäglich ist) festgehalten.

Bei der Haltestelle „Schloss Fuschl“ bin ich der einzige „Aussteiger“; fast wäre der Chauffeur weiter gefahren. Am markierten Weg geht es zunächst über eine Bauernwiese, dann ein kurzes Stück auf einer Forststraße und dann in den schönen Fichten/Tannen/Buchenhochwald und auf den langen, sehr langen „Wurzelgrat“.

Das Wetter ist ideal, um sich der Nähe zu widmen und in meditativem Tempo die Gedanken zu eigenen Wurzeln und zum wandernden Untergrund (Säbelwuchs) schweifen zu lassen.

Nach 1 ¾ Stunden stehe ich unter dem Gipfelkreuz.

Die steilen, nordseitigen Gipfelwiesen hat noch der Schnee im Griff, am Grat-First haben Fußstapfen den Schnee zu Eis verdichtet.

Ohne Pause und, ob des Nebels, ohne Panoramablick geht es nun dem Filblingsee zu; diesen Abstecher (zusätzlich 100 Höhenmeter) lasse ich mir nicht entgehen. Und wie er sich lohnt: mattes Sonnenlicht wärmt mich auf einer Bank mit See-Eisblick! (auch Titelfoto)

Zurück im Sattel geht es der Markierung folgend auf einem Zugweg, dann auf einem Steig überraschend schnell zur Sattelalm.

Zunächst erwartet mich dort eine Art Hotel (dieses Haus kann gemietet werden), doch dann, jenseits eines begrenzenden Windschutzstreifens, steht eine Hütte, an der ich nicht vorbei gehen kann, zumal die Sonne herauskommt.

Von hier sind es noch etwa 250 Höhenmeter ins Tal zur Bushaltestelle (ca. ½ bis max. ¾ Stunde), meist auf guten Zugwegen oberhalb des Gehöfts Pillstein;



Zuletzt auf Asphalt zur Station „Tiefbrunnau Pillsteinweg“. (Falls es regnen sollte und man eine längere Wartezeit überbrücken muss: bei der nächsten Haltestelle „Oberascher“ gibt es ein Wartehäuschen zum Unterstellen.)

Der große Bus 157, in dem ich dem Fahrer als einziger Gast Gesellschaft leiste, verwandelt sich in Faistenau in Bus 155; umsteigen ist also diesmal nicht nötig.
Von Lämmerbach nach Hof ist die dichtere Busfrequenz ab „Hof-Schloss Fuschl“ der Vorteil; von Hof nach Lämmerbach sind, nach vollbrachter Tat, die Rastmöglichkeiten (Filblingsee, Sattelalm), deren Länge man an die Buszeiten anpassen kann, für den Berggenuss das Zuckerl.
Man muss also nicht lange dem Schnee nachfahren, um die Segnungen eines Wintertags zu empfangen. Auch eine bescheidene Filbling-Überschreitung kann das stille Füllhorn von Wurzelgrat, Eisseeblick und Sonnenbad in die Bergsteiger-Seele ausgießen.
