Schon wieder Salzkammergut!
Oh ja, es ist die Zeit der Salzkammergut-Tourenberichte. Kürzlich habe ich über eine echte „Deluxe-Tour“ vom Mondsee zum Fuschlsee berichtet. Heute ist eine Öffi-Wanderung an einem anderen sehr schönen See dran: dem Traunsee.
Auf Einladung der OÖN nach Ebensee
Diese Wanderung erfolgt auf einer besonders feinen Einladung: Die Wanderführerin und OÖN-Journalistin Claudia Schallauer möchte eine Zuugle-Tour ausprobieren und das gerne mit mir zusammen. Gesagt, getan! Sie startet von Wels aus (doch ein Stückchen näher als Wien), ich von Wien – an einem frühlingshaft schönen Donnerstag. Die Tour ist aber auch mit Start in Linz oder Salzburg sehr gut an einem Tag zu gehen.
Wir treffen uns, schon mit Frühstück im Magen, bereits im Regionalzug von Attnang-Puchheim (ein Bahnhof, den ich wirklich nur vom Umsteigen kenne) in Richtung Ebensee.

Der Zug ist gut besucht und unser Waggon ganz besonders, hat sich hier nämlich gleich eine ganze Schulklasse eingemietet. Es wuselt also, wir plaudern und Claudia stellt ihre ersten Fragen zu „Bahn zum Berg“.
Prima geshuttelt würde man im Salzkammergut auch werden
Schnell verfliegt die Zeit und schon sind wir in Ebensee. Dort drehen wir noch eine Extrarunde und besuchen einen Bekannten von Claudia, der beim Tourismusverband der Region arbeitet. Sehr zu empfehlen ist an dieser Stelle auch gleich das super Angebot des „Salzkammergut-Shuttles“, das die Frage der bedarfsorientierten Mobilität wunderbar löst: Bis eine Stunde vor gewünschtem Fahrtantritt kann man das Shuttle zu einer fixen Haltestelle bestellen. Kostenpunkt 6 EUR pro Person. Bereits erprobt: Aber sicher! (Zum Beispiel hat es BzB-Kollegin Veronika bei unserer letzten BzB-Mitgliederwanderung im Almtal gerettet – nur dank des Shuttles konnten wir gemeinsam am Gipfel stehen! Die ganze Geschichte gibt’s hier.) Der absolut beeindruckende Routenplan dieses Shuttles ist hier im Download zu sehen.
Claudia und ich brauchen das Shuttle aber heute gar nicht, sondern starten direkt von Ebensee aus bergwärts. Wohin es geht, steht gleich auch auf einem Wanderwegweiser angeschrieben: Auf die Sonnsteine.

Auch in die Gegenrichtung möglich
Vor doch schon einigen Jahren gab es bereits eine Bahn zum Berg – Mitgliederwanderung auf die Sonnsteine, allerdings haben sich die Wanderfreund:innen damals für die andere Richtung entschieden: Von Traunkirchen nach Ebensee.
Wir gehen – auch der besseren Rückfahroptionen von Traunkirchen geschuldet – heute allerdings in die Gegenrichtung, von Ebensee nach Traunkirchen. Grundsätzlich ist diese Öffi-Tour aber in beide Gehrichtungen möglich.

Der erste Tiefblick und das zweite Frühstück
Wir plaudern vor uns hin und so vergeht die Zeit ruck zuck – und schon haben wir den ersten Gipfel erreicht. Es ist der Große Sonnstein, knapp über 1.000 Meter (1.037 Meter). Da der Aufstieg weitgehend im Wald erfolgt, ist plötzlich die Aussicht und der Tiefblick auf den Traunsee vom Gipfel des Sonnstein sehr beeindruckend.

Wir verzehren unser zweites Frühstück und blinzeln in die Sonne. Für eine lange Pause nehmen wir uns allerdings keine Zeit, da ja noch der Kleine Sonnstein auf uns wartet.

Um zu diesem zu gelangen, müssen wir den Weg vom Gipfel des Großen Sonnstein ein kleines Stück zurückgehen und dann die Abzweigung zum Kleinen Sonnstein finden. Das ist gar nicht so einfach, besonders da uns scheinbare andere Markierungen (rot-weiß-rote Bänder) ein bisschen verwirren. Dann aber schaffen wir es doch und sind am rechten Pfad.

Kraxelig zum Kleinen Sonnstein
Nun kommt das anspruchsvollste Stück der Öffi-Wanderung: Nicht allzu lang ist der Weg sehr steil und durchwegs kraxelig, aber auch gut mit einem Stahlseil versichert. Wer solche Wege nicht mag, kann sich vor dem Abstieg auch noch umentscheiden – der Hinweis auf diese Wegart ist hier nämlich angebracht. Einen „reality check“ gibt’s also.

Wir beide sind gut unterwegs, genießen auch das aufregendere Wegstück und das absolut perfekte Wanderwetter. Nach der Abzweigung „Ludleben“ wird der Weg zum Gipfel des Kleinen Sonnstein doch recht felsig, ist aber gut markiert und z.T. versichert, also weiter kein Problem. Wir kommen an der Sonnsteinhütte vorbei (laut Claudia hat sie diese – trotz ihrer absolut großartigen Lage – leider noch nie offen erlebt) und sind damit vom Gipfel nicht mehr weit.

Ich bin richtig begeistert über das Panorama – es eröffnen sich traumhafte Tiefblicke auf Traunkirchen und den auch von oben sehr groß aussehenden Traunsee. Ich blicke hinunter in sein Blau und frage mich, ob sich ein Bad wohl ausgehen wird.

Flott nach Traunkirchen runter – es ruft der See!
Damit die Chancen dafür steigen, sind Claudia und ich auch mit dem Abstieg recht flott. Wir gehen wieder ein Stück vom Gipfelweg zurück und biegen dann in Richtung Traunkirchen ein. Der Weg führt teilweise noch recht steil, dann flacher werdend durch den Wald.

Wir überqueren einmal den Siegesbach und bevor wir dies ein zweites Mal tun, biegen wir auch schon bergab in Richtung Traunkirchen ab. Der Grund: Es gab einen schönen Höhenweg direkt nach Traunkirchen, der aber offenbar nicht mehr gewartet wird. „Man soll ihn eigentlich nicht mehr gehen.“, wurde uns gesagt. Daran halten wir uns.
Die Schattenseite dieser Entscheidung: Wir kommen aus dem Wald direkt hinunter auf die Bundesstraße B145, die uns in Richtung Traunkirchen Zentrum bringen soll. Da solche Straßenstücke ja nicht besonders berauschend sind, sind wir froh, dass es bald einen schmalen Fußweg neben der Straße gibt. Als sich die Bundesstraße im Tunnel verliert, halten wir uns an die Seeuferstraße, die uns direkt am Traunsee entlangführt.

Wasserliebhaberinnen in ihrem Element
Ja, und dann lässt sich mit einem Blick auf die Uhr das erhoffte Bad im Traunsee doch noch einlösen. An einer ganz einsamen Stelle sind wir – beide Wasserliebhaberinnen! – fix wie nix im Wasser. Wow. Ich bin überwältigt und denke mir: „Heut Früh hab ich noch in Wien gefrühstückt, jetzt schwimme ich im Traunsee.“ Immer wieder begeistert mich dieses Gefühl, das wir bei Bahn zum Berg leben: Es ist ganz schön viel möglich!
Da wir bis zur Abfahrt unseres Heimfahrzuges immer noch ein wenig Puffer haben, entscheiden wir uns in Traunkirchen noch für ein Eis. Dann geht’s los in Richtung Bahnhof (vom Zentrum aus circa 10min zu Fuß) und dort starten wir die Heimfahrt.


Ich wieder in Richtung Wien, Claudia in Richtung Wels. Der Zug ist auch beim Zurückfahren äußerst gut besucht und wir führen das OÖN-Interview zu Ende.
Und wo ist jetzt der Artikel?
Claudias OÖN-Artikel „Mit Plan zum Berg“ ist am 28.Juni 2025 in den OÖN (Oberösterreichischen Nachrichten, Printausgabe) erschienen. Wir freuen uns sehr über das Interesse und die schöne Berichterstattung! Danke, Claudia!

Fazit
Diese Öffi-Wanderung auf die beiden Sonnsteine hat mich sehr begeistert. Sogar von Wien aus in einer Tagestour ohne Stress zu schaffen, natürlich noch einfacher von Linz, Wels, Attnang-Puchheim oder Salzburg.
Meine Highlights? Großartige Tiefblicke und natürlich das Bad im kühlen Traunsee.

Wie schön 😍 diese Wanderung steht schon lange auf meiner Liste. Und nach diesem Bericht ganz oben. 😊 Liebe Grüße, Silvia