Das Wieserhörndl ist mit seinen zur Gaißau ausgerichteten Südhängen gerade in nebelverhangenen Wochen ein beliebtes Sonnenbad. Über WebCams (z.B.: https://www.latschenalm.at/) kann man sich ein Bild von den herrschenden Verhältnissen machen und sich entsprechend ausrüsten (Schneeschuhe? SnowSpikes können auch bei „trockenen Verhältnissen“ u.U. hilfreich sein).
Wenig bekannt scheint zu sein, wie angenehm sich Überschreitungen mit ÖFFIS gestalten lassen (Salzburg Hbf – Gaißau Reitlehen oft nicht einmal 50 Minuten!) Darum dieser kurze Touren- Report.
Selbstbewusst gehe ich in Hallein mit Sandra durch die Bahnhofshalle zum Busbahnhof: Der IR von Salzburg Hbf war pünktlich, in drei Minuten geht es weiter. … Ging es weiter, aber ohne uns. Denn die Abfahrt der Linie 450 ist auf die andere Seite des Bahnhofs verlegt. Ich bin der Macht der Gewohnheit gepaart mit Unaufmerksamkeit zum Opfer gefallen. Die Stunde Wartezeit führt uns in eine Bäckerei… Gut gestärkt (den Ärger über mich selbst vergessend) sitzen wir am 29.12.25 als einzige Fahrgäste im Bus und fahren aus der Nebelsuppe in die Gaißau.
Von der Endstation Reitlehen (es ist genau 11 Uhr) geht es zum Kurvenlift und in der Lifttrasse

(man kann, wenn man es noch sonniger haben will, auch die Skipiste wählen) zur „Bergstation“ (1 Stunde).

Weiter geht es am markierten Weg Richtung Anzenberg, zur Latschenalm und aufs Wieserhörndl (wieder 1 bis 1 ½ Stunden, Titelfoto).

Knapp unter dem Gipfel ist dann die Rast angesagt. Mehrere Familien mit z. T. kleinen Kindern, Paare, EinzelgeherInnen streben an uns vorbei dem Gipfel zu… Alle genießen die Sonne und die klare Sicht (Dachstein, im Pass-Lueg-Ausschnitt das Schareck, Hochkönig, und natürlich die Berchtesgadener Prominenz mit Göll, Watzmann und Hochkalter; Untersberg, usw.).
Wir nehmen noch den Spielberg mit

und wandern dann die Skipiste talwärts, bis bald nach einem verfallenden Jägerstand etwas versteckt ein alter Zugweg nach rechts abzweigt.

Dieser führt durch Wald und über kleine Wiesen zu den höchsten Gehöften oberhalb der Schule von Gaißau.


Über die Straße und das letzte Stück entlang des Mühlbaches erreichen wir pünktlich Gaißau Ortsmitte (ca. Stunde ab Spielberg sollte genügen).

Vier Minuten später sitzen wir (15:32 Uhr) – abermals als einzige Gäste – im warmen Bus und bald tauchen wir wieder in der Nebelsuppe unter.

Die Gaißau ist nun in einem Tackt Fahrplan erreichbar (unter der Woche stündlich, am Wochenende zweistündlich). Auch das Tennengau-Shuttle (https://salzburg-verkehr.at/tennengau-shuttle/) könnte man in Anspruch nehmen. Dies ist natürlich nur bei einer Gruppe, nicht bei einer Einzelperson, ökologisch sinnvoll, etwa: Hallein Bhf > Gaißau Hermannsreit (unser Ausgangspunkt beim Kurvenlift) über das Wieserhörndl (4 Stunden) zur Haltestelle Gaißau Spielbergmaut > Hallein Bhf. Der hier vorgestellte Weg ist also nur eine der möglichen ÖFFI-Wieserhörndl-Sonnenbad-Überschreitungen – ein besonderer Leckerbissen z.B. in den kurzen Tagen zwischen den Jahren.
