Katrin-Überschreitung mit Nuss

Versicherter Abschnitt am Weg zum Rosskopf (links hinten der Gosaukamm). Rückblick Richtung Katrin (ganz links der Traunstein). Blick vom Rosskopf zum Grimming (links) und zum Dachstein (rechts). Fotos: Manfred Hinteregger

… von Lauffen über das gesamte Katergebirge, mit viel Premium-Panorama und Abstiegsabstecher zum Nussensee.

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Mit der Salzkammergutbahn geht es von Attnang-Puchheim mit dem Regionalzug in gut einer Stunde nach Lauffen, das zwischen Ischl und Goisern liegt (2-Stunden-Takt mit dem Regionalzug, die REX-Züge halten nicht in Lauffen). Auch zwei andere aus dem Zug haben die gleiche Idee wie ich – aber nur für den Aufstieg. Sie gehen ebenso auf die Katrin und haben vor, nach Bad Ischl abzusteigen. Sie sind aber recht interessiert an meinem Vorhaben und lassen sich u.a. auch gern von den passablen Busverbindungen für diese Überschreitung berichten. Zunächst geht es vom Bahnhof ein Stück des Soleleitungsweges entlang – die „älteste noch aktive Pipeline der Welt“ ist da unter der Erde, seit 1607 wird hier Sole in die Saline nach Ebensee geleitet!

Über frühlingshaften Wald zur Katrin – und weiter

Nach ein paar Minuten geht es rechts hinauf und bei der Schießstätte des Schützenvereins Lauffen vorbei. Dann beginnt auch schon der schöne Weg im von Buchen dominierten Wald. Da es erst Ende April ist, sind die Blätter gerade am Austreiben und saftig hellgrün. Zusammen mit der strahlenden Sonne ist das ein belebender Start.

Mit der steigenden Höhe tun sich allmählich Blicke hinunter ins Goiserer Becken und zum Hallstätter See auf – und eh man sich’s versieht auch schon zum Dachsteinstock.

Nach gut 900 Höhenmetern ist dann die Katrinalm auf 1.413 Metern erreicht. Während es beim Aufstieg sehr beschaulich mit ein paar einzelnen Begegnungen zuging, ist hier einiges los. Aber kein Wunder, hier ist nicht nur die Katrin-Almhütte, sondern auch die Bergstation der Seilbahn, die von Bad Ischl heraufführt. Angesichts des schönen Tages und der Kapazitäten der Seilbahn geht es aber eh recht gemächlich zu.

Weiter geht es Richtung Katrin-Gipfel, der Weg hier ist recht massiv ausgebaut, teilweise sind sogar Stufen betoniert.

Achtung: „From here only for experienced hikers!“ Foto: Manfred Hinteregger
Achtung: „From here only for experienced hikers!“ Foto: Manfred Hinteregger

Den Katrin-Gipfel selbst lasse ich einfach aus und gehe gleich weiter zum Elferkogel (1.601 Meter). Es sind dann immer wieder Altschneefelder am Weg. Die Blicke rundherum sind ein Genuss, auch jenseits des Dachsteins – gleich gegenüber im Norden ist der Leonsberg, dahinter das Höllengebirge, rechts davon die Hohe Schrott und das Tote Gebirge, und dazwischen lugt der Traunstein markant hervor. Nach dem Elferkogel geht es weiter am 7-Seen-Rundwanderweg, der Trubel des Seilbahn-Einzugsgebietes legt sich rasch.

Am Hainzen (1.638 Meter) sind auch ein paar Leute, ich komme mit einem Paar aus dem bayrischen Straubing kurz ins Gespräch. Gemeinsam erfreuen wir uns an den Blicken zum Wolfgang- und zum Hallstättersee sowie zur Bergwelt rundherum. Ach ja, die anderen Seen des 7-Seen-Wanderwegs wären übrigens: der Traunsee (von dem man ein Stück des Südufers sieht), der Fuschlsee (hinter dem Wolfgangsee); der Mondsee (von dem man angeblich ein Spitzl hinter dem Schafberg sieht); der Schwarzensee (oberhalb von St. Wolfgang) sowie der Nussensee.

Ja und nach dem Hainzen wird es schlagartig ruhig – keiner Menschenseele werde ich bis zum Nussensee begegnen, wunderbare Bergeinsamkeit! Bis zur höchsten Erhebung des Katergebirges, dem Rosskopf, geht es im Gelände ein paar Mal auf und ab und man kommt zu einem Sattel auf 1.577 Meter hinunter, ehe es wieder hinauf zum 1.657 Meter hohen Gipfel geht. Dazwischen gibt es auch einen versicherten Abschnitt (klassifiziert mit T4).

Am Panorama vom Rosskopf sind neben den bereits genannten u.a. auch der Ankogel (gleich anschließend an den Gosaukamm), die Hochwildstelle, das Gamsfeld, der Hochkönig und der Untersberg bemerkenswert.

Das lohnende Panorama vom Rosskopf. Foto: Manfred Hinteregger
Das lohnende Panorama vom Rosskopf. Foto: Manfred Hinteregger

Abstieg mit Abstecher zum Nussensee

Nach ausgiebigem Auskosten dieser Gipfelpracht mache ich mich an den Abstieg. Es geht gleich nach dem Rosskopf hinunter zur Ahornfeldalm, über Schneefelder und ständig mit fantastischem Blick zum Wolfgangsee. Die Alm wird geschmückt von Krokussen, auf den Felsen blühen Immergrüne Felsenblümchen.

Die frühe Blume lockt ihre Bestäuberinnen – Krokusse, Felsenblümchen, Schneerosen. Fotos: Manfred Hinteregger

Nach der Alm geht es dann teilweise auf steilen, aber gut angelegten Waldwegen flott hinunter. Drei Mal wird eine Forststraße gequert und dann auf rund 750 Metern führt eine Forststraße über rund 2,5 Kilometer zum Nussensee. Dort stehen ein paar Autos am Parkplatz (der auch Haltestelle des Salzkammergut-Shuttles ist) und es sind Leute um den See herum unterwegs. Ich mache eine Runde um den beschaulichen See, der offenbar gerade verhältnismäßig wenig Wasser aufweist. Übrigens gibt es auch von Alice einen Tourenbericht über einen Ausflug zum Nussensee.

Dann geht es über den Weg neben dem Nussenbach, der aber an diesem Tag kaum bis wenig Wasser führt, hinunter ins Siedlungsgebiet. Etwa 1,5 Kilometer sind es bis zur Bushaltestelle Bad Ischl Ramsau B158. Von dort fährt der von Salzburg kommende Bus der Linie 150 in flotten 10 Minuten zum Ischler Bahnhof (Halbstundentakt).

Fazit

Eine feine, aussichtsreiche Tour, die sich vor allem für die Zeit außerhalb der Sommersaison anbietet. Mit dem Abstecher zum Nussensee ist es eine ordentliche, abwechslungsreiche und tagesfüllende Wanderung.

Tipps/Variante

  • In der warmen Jahreszeit bietet es sich an, den Nussensee für ein kühlendes Bad zu nutzen.
  • Allerdings wird man bei der Überschreitung dann gehörig ins Schwitzen kommen. Genügend Trinkwasser mitnehmen!
  • Ohne den Abstecher zum Nussensee spart man sich mindestens eine halbe Stunde. Man kommt dann zur Bushaltestelle Strobl Wacht.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   8:00 Std Wandern   1.250 HM   1.250 HM   16 km   GPX Track

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