Für diesen zweiten Drehtag in Oberösterreich am wunderbaren Traunsee konnten wir Elli Sturm, „Trainfluencerin“ gewinnen. Auf Instagram ist sie als „elli_macht_mobil“ aktiv, postet mit großer Leidenschaft und Direktheit rund um die Themen Mobilität, Klimakrise und Verkehr. Wir entführen sie zurück in ihre Heimat, an den oberösterreichischen Traunsee, und testen mit ihr eine Öffi-Tour: Von Traunkirchen auf den Baalstein und die Geißwand und wieder runter nach Traunkirchen Ort.
Elli und das autofreie Dolce Vita
Dieser Öffi-Tourentag startet schon mit einem kleinen Hoppala. Aber auch das gehört dazu! Ein Zug wurde verpasst, weil ein anderer zu spät war. Dafür trinken Elli, Andreas und ich schon einen ersten Kaffee in St. Pölten und stimmen uns auf den gemeinsamen Tag ein. Ein Umstieg in Attnang-Puchheim und schon sitzen wir im legendären Regionalzug in Richtung Selzthal. Der macht genau das, was wir von ihm erwarten: Er ist übervoll mit (asiatischen) Tourist:innen, die alle nach Hallstatt wollen. Schon am Bahnhof in Attnang werden wir angesprochen: „Is this the one to Hallstatt?“ Oh yes, the one and only.
Andreas lernt von Elli den ersten Zungenbrecher „carfree dolce vita“ und sie erzählt uns im ersten Gespräch, wie man eigentlich Trainfluencerin wird und warum sie auf das Wort „autofrei“ statt „autolos“ so großen Wert legt. Neben uns wird eine Mitreisende auf uns aufmerksam und freut sich sehr über den BzB-Sticker: „Ich mach nämlich all meine Touren mit den Öffis!“, sagt sie. Zugfahren bringt immer wieder Begegnungen!

Mit Plan zum Berg – Personalisierte Fahrplanabfrage
Über uns wacht der Traunstein
In Traunkirchen (Achtung – dieser kleine Ort hat tatsächlich zwei Bahnhöfe! Wir starten diese Tour in Traunkirchen Bahnhof und beenden sie in Traunkirchen Ort.) genießen wir gleich mal einen Blick auf den türkisblauen Traunsee und den mächtigen Traunstein, der über ihm zu wachen scheint. Was für eine Gegend! Elli schwärmt von ihr und verbringt im Sommer immer einige Wochen bei Gmunden – Andreas baut da natürlich gleich in ein Interview ein, ob sie sich denn ein autofreies Leben am Land auch vorstellen könne.
Veronika hingegen, die heute nicht vor der Kamera steht, fungiert als „Schatten“ unserer umtriebigen Kamerafrau, der immer wieder neue Aufnahmewinkel einfallen. Und: Sie ist die beste Beerensucherin und schmaust schon auf den ersten Metern vor sich hin.

Unser Wanderweg führt uns direkt über dem Bahnhof hinauf in den Wald, wo wir bei einem tollen Seeausblick gleich das erste längere Gespräch filmen. Ellis Leidenschaft für das Thema Mobilität ist spürbar und springt schon zu Beginn auf uns über!

Wo aber sind denn nun die Höhenmeter?
Ich muss die Gruppe immer wieder ein wenig antreiben, aber das ist bei dem Panorama nicht so leicht – schließlich ist das Salzkammergut einfach unendlich schön. Christina packt die Drohne aus und lässt sie noch ein Stück in Richtung Traunsee fliegen. Ich freu mich jetzt schon auf die Bilder.
Bei den Gehöften am Sulzberg cremen wir uns alle nochmals mit Sonnenmilch ein – mittlerweile haben sich die Wolken nämlich immer mehr verzogen und es ist ganz schön warm geworden.
Es ist ein angeregtes Plaudern in der Gruppe – über Lastenräder ebenso wie Nachtzüge, über die gesündesten Sonnencremes ebenso wie Frauen in Drehteams. Andreas kommt dazu eine Erkenntnis: „In all meinen Jahren TV-Erfahrung bin ich zum allerersten Mal mit einem rein weiblichen Team unterwegs.“ Irgendwie schön, dass dem so ist. (Und irgendwie auch traurig, merke ich innerlich.)
Die anderen fragen mich langsam, wo denn nun bitte die Höhenmeter bleiben. Bis hierher war unsere Tour nämlich eher ein Spaziergang. Die kommen schon noch, versichere ich ihnen.

Der Zellerlweg in schönstem Licht
Zuerst treffen wir aber auf den Zellerlweg, den Elli schon von einer Wanderung mit ihren Kindern kennt. Dieser windet sich ganz entzückend durch den schönen Wald. Die Stufen verleihen ihm ein spezielles Flair und aus Christina platzt immer wieder ihr kameratechnischer Enthusiasmus: „Moment! Ein Take noch! Dieses Licht! Schaut euch dieses Licht an!“ Es ist schön, mit so begeisterten Menschen unterwegs zu sein und wir sind alle wirklich sehr angetan von der Wanderung.
Bergauf gehen und gut aussehen
Als wir dann aber vom Zellerlweg abzweigen und dem Wegweiser in Richtung Baalstein folgen, halte ich mein Versprechen, und es geht ab jetzt recht steil bergauf. Das ist heute gar nicht so einfach, da es am Vortag (endlich!) ordentlich geregnet hat und die Steine doch ziemlich rutschig sind. Wir schreiten vorsichtig bergwärts und versuchen dabei für die Kamera möglichst aufrecht und gut auszusehen. Ob es uns gelungen ist, könnt ihr selbst im Video nachschauen.
Bei der Abzweigung vom Zellerlweg Richtung Geißwand und Baalstein stehen wir übrigens laut Karte ziemlich exakt über dem Geißwandtunnel, der die Autos auf der B145 durch den Berg führt. Sie fahren untendurch (und wir sehen und hören sie praktischerweise nicht), wir gehen obendrüber. Schön, dass beides möglich ist.
Knapp 350 Höhenmeter später erreichen wir auch das Schild mit dem Hinweis „Aussichtsplatz Baalstein“. Ein wunderschöner Wurzelteppich ebnet uns den Weg, es geht überraschenderweise noch ein Stück bergab und dann stehen wir auf dem Gipfel des Baalstein. Unter uns hat sich der Traunsee lang ausgestreckt. Gmunden am oberen Ende, wir erkennen das Schloss Orth. Altmünster etwas näher auf unserer Seeseite.
Mittlerweile ist es Mitte Nachmittag geworden (wir sind aber auch erst um 11:30 Uhr losgegangen und haben bisher schon viel gedreht) und so treibe ich den Trupp doch wieder zum Aufbruch auf Gipfel Nummer 2. Der ist etwas fordernder, aber dafür ganz nahe. Unter den beeindruckenden Felswänden der Geißwand vorbei führt der Weg auf sie hinauf – an einigen Stellen seilversichert und durchaus recht kraxelig, aber für uns alle gut schaffbar.


Oben auf der Geißwand winkt ein kleines Gipfelkreuz und ein noch besserer Blick auf Traunsee und Traunstein. Herrlich! Wir schauen und zeigen und filmen und plaudern und fragen natürlich einen Wanderer nach einem Gruppenfoto.

Wingsuit oder Vorsicht
Beim Abstieg lassen Veronika, Elli und ich uns länger Zeit und wollen nicht ausrutschen. Andreas und Christina scheinen ihre Wingsuits ausgepackt zu haben und eilen den Berg hinab – ob sie ausgerutscht sind, sehen wir anderen nicht, zumindest treffen wir die beiden adrett, sauber und zufrieden wieder beim Wegweiser, an dem wir den Zellerlweg verlassen haben.
Uns zieht es nun aber wirklich in Richtung Pause und Einkehr – mittlerweile sind unsere Mägen schon ganz schön leer. So wandern wir flott das letzte Stück über den Zellerlweg und den Kalvarienberg nach Traunkirchen Ort. Der Weg zweigt einmal ab und würde uns direkt zum Bahnhof führen, wir haben aber noch einen anderen Plan: Schwimmen im Traunsee. Deshalb entscheiden wir uns für den Pfad, der uns direkt beim Kloster Traunkirchen ausspuckt. In einem charmanten Imbiss („Klein & Fein“) bekommen wir Pinsa und – das neue Sommergetränk „Cola gspritzt“. Vor allem das Trinken tut gut, wir waren ja schon ein bisserl entkräftet.
Während der Pause stößt gleich auch noch Ellis Mama zu uns, die ist mit dem Rad von Gmunden nach Traunkirchen geradelt.
Über die Bahn-zum-Berg-Gespräche
Was bei allen Bahn-zum-Berg-Gesprächen gleich bleibt: Andreas Jäger, der „Klimajäger“, bekannt als ORF-Wettermann, stellt als Moderator die Fragen.
Folge 1: Martin Moder auf der Luckerten Wand
Im ersten Video der neuen Reihe wandert Science Buster Martin Moder auf die Luckerte Wand. Mit Andreas Jäger, Öffi-Fahrplan & Infos zum Nachwandern!
Folge 2: elli_macht_mobil und der Traunsee
In der zweiten Episode wandert Influencerin Elli Sturm (#carfreedolcevita) am Traunsee über Baalstein und Geißwand. Ein ehrlicher Talk über autofreies Leben!
Folge 3: Öffi-Bergsafari mit Angelika & Michael
Im neuen Video wandert das Öffi-Bergsafari-Duo Angelika & Michael durch die Bergwelt. Ein inspirierender Talk über nachhaltigen Bergsport & Tourenplanung!
Essen, Schwimmen, See und Eis
Noch ein Blick auf die Uhr und es ist schon wieder Zeit zum Aufbruch. Wir nehmen den Spazierweg direkt am Traunsee entlang und bewundern diesen nochmals ausgiebig, bevor Christina für das letzte Interview den perfekten Platz findet: Ein Bootshaus direkt am See. Eine Stunde bleibt uns noch bis zur Zugabfahrt und ich bin etwas skeptisch – Dreh am See, Schwimmen, Eis essen waren die drei Wünsche. Ob die sich alle noch ausgehen? Ich zweifle.

Aber kurze Zeit später werde ich eines Besseren belehrt. Elli schließt den letzten Dreh mit den Worten „Und jetzt springen wir in den See!“ und das machen wir dann auch. Ein Traum – „eigentlich sollte jede Öffi-Wanderung im Sommer mit einem See enden“, meine ich mitten im Wasser zu Elli. Sie ist absolut meiner Meinung.
Auf dem 10-Minuten-Fußweg zum Bahnhof geht sich tatsächlich auch noch ein Eis bei Giovanni direkt am See aus. Ich glaub es kaum. Wir sind pünktlich am Bahnhof Traunkirchen Ort („Einer der schönsten Bahnhöfe Österreichs“, schwärmt Elli.) und bestaunen ein letztes Mal den Traunstein im Abendlicht, der den Gleisen ganz nahe scheint. Was für eine wunderbare Öffi-Wandergegend ist das hier!

Die Rückfahrt verläuft ohne Hoppalas wieder mit Umstieg in Attnang-Puchheim, der IC nach Wien ist dann auch leerer als bei der Hinfahrt. Auch Elli bekommt ein BzB-Merinoshirt und ein Wanderbuch für Niederösterreich und Wien, damit ihr die Öffi-Wanderinspirationen nicht ausgehen. Andreas verabschieden wir in St. Pölten, wir anderen trennen uns an den verschiedenen Wiener Bahnhöfen.
Es bleibt: Der Nachklang einer sehr gelungenen, sommerlichen Öffi-Wanderung direkt am Traunsee mit inspirierenden Gesprächen mit einer Frau, die sich mit großer Leidenschaft, Mut und Direktheit dem Thema Mobilität und Klima widmet.
Danke, Elli, für den Tag mit dir – die Einblicke in dein Leben und deine Gedanken. Danke, dass du tust, was du tust. Danke an Veronika für die umsichtige Begleitung und Dabeisein und die schönen Fotos. Und wie üblich danke an die Fixstarter:innen im Team, Andreas und Christina, für Moderation und Kamera und die äußerst angenehme Zusammenarbeit.
Fazit
Eine wunderbare Öffi-Tour am Traunsee, die sehr gerne nachgegangen werden darf. Ich find es immer besonders schön, auf kleinere Gipfel zu steigen (wie eben Baalstein und Geißwand), um den größeren Gipfel (in diesem Fall den Traunstein) von ihnen aus zu bestaunen.
Öffitechnisch empfiehlt es sich die Tour umzudrehen, d.h. in Traunkirchen Ort zu starten, da dort der Zug nur alle 2 Stunden stehenbleibt und in Traunkirchen Bahnhof zu enden, wo stündlich ein Zug hält. Dramaturgisch ist die Tour in beide Richtungen sehr schön und Schwimmen im Traunsee ist auch bei beiden Endpunkten möglich und unbedingt empfohlen.








Ein spannendes Wandergespräch auf einer wunderschönen Tour! Danke!