Ganz in der Nähe des Dreiländerecks A-CH-I liegt wenige Kilometer nördlich des Reschenpass das idyllische Nauders. Im Westen begrenzen Grasberge die Nord-Süd-Schneise des Reschenpasses. Diese gehören überraschenderweise noch zu den hier im Westen auslaufenden Ötztaler Alpen. Nauders hat sich glücklicherweise noch einiges von seinem Charme als Bergdorf erhalten, leider stört die stark befahrene Reschenstraße die Idylle teilweise doch sehr. Umso sinnvoller erscheint die Anreise mit dem Bus aus Landeck direkt nach Nauders. Die Linie 273 ist als Expresslinie eingerichtet, hält demnach nur selten und legt die Strecke vom Bahnhof in Landeck-Zams nach Nauders in etwa einer Stunde zurück, dies trotz lästiger Baustelle mit einspurigem Verkehr bei Finstermünz (bis Ende 2026). Der VVT-Tarif mit allen einschlägigen Tickets gilt auf dieser Linie übrigens über die Grenze am Reschen hinaus bis zum Bahnhof in Mals auf der Südtiroler Seite.
Die hier beschriebene Tour führt auf den Schartlkopf, die höchste Erhebung der grasigen Berge, höhenmeterintensiv aber gut machbar und ruhig.

Von Nauders zum Schartlkopf
In Nauders durchqueren wir den Ortskern passieren die Kirche und folgen der Wegweisung in Richtung Valrie und Gamortal. Noch innerhalb des Ortes wird es zunächst recht steil und wir erreichen den Gamorbach, dessen Verlauf wir nun für einige Zeit folgen. Nachdem wir den Bachlauf über den nördlichen Hang verlassen haben, erreichen wir bereits die kleine Gamoralm. Der Wald liegt jetzt unter uns und weite Grasflächen umgeben das Tal.

Der Weg ist im folgenden Abschnitt bis zur Gamorscharte bisweilen kaum oder gar nicht erkennbar, sodass wir hier in etwa immer der Markierung folgen sollten. Da es nie steil oder felsig wird, besteht aber keinerlei Gefahr und der Weg ist auch immer wieder deutlich erkennbar. Nach einigen hundert Höhenmetern ist kurz nach einem kleinen See die Scharte erreicht und wenige Minuten später stehen wir am bekreuzten Gipfel des Schartlkopfs.

Zum ersten Mal sehen wir hier die noch vergletscherten Berge der westlichen Ötztaler Alpen mit ihren klangvollen Namen wie Weißkugel und Weißseespitze. Im Westen fällt der Blick weit ins schweizerische Unterengadin, im Norden riegeln die Berge rund um Samnaun das Inntal nach Norden ab.


Übergang zu Valdafourkopf und Ebene
Wir verlassen den Gipfel in Richtung Südwesten und erreichen nach einem kurzen Gegenanstieg schon bald den Valdafourkopf, dessen Name eine der zahlreichen Flurbezeichnungen rätoromanischen Ursprungs ist, welche hier im Tiroler Oberland allerortens anzutreffen sind. Die Nähe zur rätoromanischen Schweiz wird deutlich erkennbar. Der Valdafourkopf steht dem benachbarten, etwas höheren Schartlkopf in Sachen Aussicht nur wenig nach.

Weiter führt uns der Weg stetig bergab vorbei an einem weithin sichtbaren Kreuz. Diese Stelle heißt – schwer nachvollziehbar – Ebene. Eben ist hier eigentlich nichts, aber unter uns wird Nauders wieder sichtbar.

Abstieg über Stables nach Nauders
Weiter stetig bergab erreichen wir Lärchenwald und Almflächen. Im Bereich des Hofes Stables führt der Weg talwärts zum Teil über Wirtschaftsstraßen, aber immer bequem zu gehen. Unterhalb von Novelles ist schließlich eine asphaltierte Straße erreicht und nur kurze Zeit später befinden wir uns wieder in Nauders. In der Nähe der Bushaltestelle befinden sich zwei Supermärkte – ideal zur Verpflegung für die Rückfahrt. Auch eine gepflegte Toilette ist direkt an der Bushaltestelle vorhanden. Der Expressbus fährt im Stundentakt zurück zum Bahnhof Landeck-Zams.



Prachtvolle Landschaft! Danke fürs teilen!