In 2 Tagen über Almen von Seewiesen nach Mariazell

Hohe Veitsch – wenn man genau schaut, erkennt man den Teufelssteig zwischen den Latschen. Foto: Lisa Nussdorfer

Steckbrief

Tag 1: Seewiesen – Hohe Veitsch – Niederalpl+1.400/-1.100 hm, 23 km, 8-9 Std.
Tag 2: Niederalpl – Mariazell+400/-900 hm, 20 km, 5-6 Std.

Für das Vorhaben wurde ein schönes Wochenende Anfang August 2025 auserkoren an dem auch mein Partner Zeit hat mich zu begleiten. Los geht es direkt nach der Arbeit am Freitag um 14:58 ab Wien Hbf Richtung Graz nach Kapfenberg. Dort ist 26 Minuten Zeit für den Umstieg in den Bus 170, der Richtung Mariazell fährt. Es ist gut bereits zu wissen, dass die Busse im 1. Stock quasi direkt neben Bahnsteig 1 losfahren – das ist nicht ganz klar angeschrieben und ich habe beim ersten Mal in Kapfenberg verzweifelt die Bushaltestelle am Bahnhofsvorplatz gesucht. Wir erleben eine Fahrscheinkontrolle, die wohl eine Busfahrerkontrolle ist, denn der Fahrer lässt ohnehin nur vorne einsteigen, und nach ca. 50 Minuten erreichen wir unser Tagesziel: Seewiesen am Hochschwab Abzweigung Ort, das auch als Seewiesen Nord angeschrieben ist.

Abendstimmung. Foto: Lisa Nussdorfer
Abendstimmung. Foto: Lisa Nussdorfer

Dort übernachten wir in einem Bergsteigerzimmer im Alpengasthof Schuster direkt neben der Bushaltestelle. Diesen kleinen Luxus gönnen wir uns. Am Samstag würde der erste Bus um 09:10 ankommen, was sich für die Wanderung ausgehen würde, aber wir müssten dazu schon um 05:00 das Haus verlassen.

Morgenstimmung. Foto: Lisa Nussdorfer
Morgenstimmung. Foto: Lisa Nussdorfer

Wir starten daher ausgeschlafen und mit einem guten Frühstück im Magen mit der Wanderung am Samstag um 08:30. Der GPX-Track lotst uns im Ort durch ein Gehöft hinter dem der Anstieg durch den Wald auf den Seebergsattel beginnt. Die ersten Höhenmeter könnte man sich sparen, indem man mit dem Bus eine Haltestelle (weiter) fährt. Wir gehen auf einer Forststraße zur Seebergalm, einer Ansammlung von mehreren Hütten, wo man bereits Pause machen könnte. Ab hier sehen wir den 05er (Nord-Süd-Weitwanderweg) angeschrieben, dem wir ab nun folgen. Der Weg führt vorbei an einem Schlepplift und fast eben rein ins Lappental bis es bei einer Abzweigung in den Wald wieder bergauf geht bis zur Göriacher Alm. Wir freuen uns, dass die Strobl-Hütte offen hat und erfrischen uns mit einem kühlen Saft mit Eiswürfeln!

Göriacher Alm. Foto: Lisa Nussdorfer
Göriacher Alm. Foto: Lisa Nussdorfer

Über Almwiesen, Waldwege und Forststraßen geht es sanft bergauf und bergab, vorbei an Heidelbeeren und über die Turnauer Alm bis zur Rotsohlalm, wo wir zur Jause einkehren.

Turnauer Alm. Foto: Lisa Nussdorfer
Turnauer Alm. Foto: Lisa Nussdorfer

Wanderinnen, die wir unterwegs getroffen haben, wollen hier heute übernachten. Wir wollen noch weiter und höher hinaus und nehmen den Aufstieg zur Hohen Veitsch (1.981Meter) auf uns, anstatt westlich davon in 2 Stunden den gemütlicheren Weg nach Niederalpl zu gehen. Der Teufelssteig macht seinem Name alle Ehre.

Hohe Veitsch – wenn man genau schaut, erkennt man den Teufelssteig zwischen den Latschen. Foto: Lisa Nussdorfer
Hohe Veitsch – wenn man genau schaut, erkennt man den Teufelssteig zwischen den Latschen. Foto: Lisa Nussdorfer

Es ist heiß und schwül und ich quäle mich rauf. Oben schaut die Welt wieder besser aus.

Aussicht vom Teufelssteig. Foto: Lisa Nussdorfer
Aussicht vom Teufelssteig. Foto: Lisa Nussdorfer

Eine herrliche Rundumsicht belohnt für die Mühen und im Graf Meran Haus gibt es Kuchen und Saft zur Belohnung. Die letzten Höhenmeter zum Gipfelkreuz sind nochmal ein wenig anstrengend, aber ab dann geht es vorerst nur noch bergab. Bei einer T-Kreuzung in den Latschen ist Niederalpl auch nach rechts angeschrieben. Das wäre der längere Weg über die Rodel, wir halten aber an unserem Plan fest und gehen geradeaus weiter.

Runter von der Hohen Veitsch nach Niederalpl. Foto: Lisa Nussdorfer
Runter von der Hohen Veitsch nach Niederalpl. Foto: Lisa Nussdorfer

Ein Bründl vor dem Wald bietet kurz Abkühlung, die sofort dahin ist, als dieser wieder verlassen wird. Bei der Sohlenalm ist trotz des späten Nachmittags noch viel los und eine weitere Einkehr wäre verlockend, aber wir müssen weiter.

Sohlenalm. Foto: Lisa Nussdorfer
Sohlenalm. Foto: Lisa Nussdorfer

Noch ein Hügel bevor es endlich runter nach Niederalpl geht. Wir gehen am Plodererhof vorbei, wo man auch nächtigen könnte und nehmen den letzten Anstieg unterm Sessellift durch zur Wetterinalm. Es ist alles sehr einfach dort, aber wir sind froh über die Jause und dass wir einen Platz zum Schlafen bekommen haben.

Wir nutzen die Möglichkeit ab 6 Uhr zu frühstücken und ziehen bald auf der Forststraße an unzähligen grasenden Kühen vorbei. Wir haben gehört, dass alle Almen in der Gegend ihre Lager geöffnet hätten und es empfohlen wird den Platz vorab zu reservieren. Erst kommen wir an der Weißalm, dann passieren wird den Ochsenboden und nach einem Waldstück kommen wir zur Halterhütte vom Herrenboden.

Ochsenboden. Foto: Lisa Nussdorfer
Ochsenboden. Foto: Lisa Nussdorfer
Blick zurück - Herrenboden und Hohe Veitsch. Foto: Lisa Nussdorfer
Blick zurück – Herrenboden und Hohe Veitsch. Foto: Lisa Nussdorfer

Wir gönnen uns dort eine Saftpause bevor es über eine Almwiese zur von Weitem sichtbaren Metallenen Madonna von Günther Domenig geht.

Metallene Madonna. Foto: Lisa Nussdorfer
Metallene Madonna. Foto: Lisa Nussdorfer

Ab jetzt geht es durch den Wald bergab. Wir waschen uns an der Paulaquelle ordentlich und sind wieder frisch für die Zivilisation, die uns nach der Brücke in der Schöneben in Form eines Wanderparkplatzes erwartet. Ab hier folgen wir auf der Forststraße den Wegweisern Richtung Mooshuben. Über einen wurzeligen Waldweg, der mit Erzherzog Johann Wanderweg angeschrieben ist, geht es bergab. An einer großen Wiese stehen unzählige Kreuze als Andenken an diverse Jubiläen von Fußwallfahrten nach Mariazell. Sogar ein Dixi-Klo steht neben einem Unterstand zur Verfügung. Über eine eintönige Asphaltstraße wandern wir weiter in der Mittagshitze auf unser nächstes Ziel zu: den Mooshuam‘ Wirt. Unsere Vorfreude auf ein stärkendes Mittagessen war verfrüht: es gibt zwar kühle Getränke und Wasser, aber Essen nur für die Hausgäste am Abend. Bis zur bei Motorradfahrern beliebten Bundesstraße B21 geht es nun fast eben dahin. Wie eine Fata Morgana erscheint uns dort das Gasthaus „Zur Weinperle“. Das hatten wir auf den Karten total übersehen. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast, haben wir noch den Kreuzberg vor uns. Der Weg verläuft erst zwischen Salza und Bundesstraße, dann direkt neben bzw. auf der Bundesstraße rauf bis zum Luckerten Kreuz. Der Lärm und die Abgase vermiesen die letzten Meter rein nach Mariazell.

Geschafft – Der Ötscher ist ganz nah und natürlich die Basilika. Foto: Lisa Nussdorfer
Geschafft – Der Ötscher ist ganz nah und natürlich die Basilika. Foto: Lisa Nussdorfer

Wir schauen kurz in die Kerzengrotte, in der es noch heißer ist als draußen, werfen einen Blick in die Basilika und eilen über den Promenadenweg zum Bahnhof, der nördlich vom Ort ist.

Promenadenweg. Foto: Lisa Nussdorfer
Promenadenweg. Foto: Lisa Nussdorfer

10 Minuten später ist Abfahrt und die Mariazellerbahn bringt uns nach Sankt Pölten, von wo aus wir zurück nach Wien fahren.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   2 Tage Wandern   1.800 HM   2.000 HM   42 km   GPX Track

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