Imster Muttekopf Nordostgrat (III)

Imster Muttekopf Nordostgrat. Foto: Simon Widy

Rassige und kurzweilige Gratkletterei vom Hahntennjoch über den Nordostgrat auf Imster Hausberg, den Muttekopf. Absteigen kann man über die Fundoasalpe nach Pfafflar.

Wir sind diese Tour am Ende der Wandersaison im Herbst 2024 gegangen und sie hat mich nachhaltig begeistert, sodass ich sie unbedingt wiederholen will. Gute Öffi-Verbindungen, ein kurzer Zustieg, guter, kompakter Fels und beeindruckendes Gelände lassen das Herz des Öffi-Bergsteigers höher schlagen. Dennoch muss neben der Euphorie auch gewarnt werden: Wer sich seilfrei im ausgesetzten III-Gelände nicht wohlfühlt, sollte diese Tour nicht nachgehen. Es sind vor allem in den Schlüsselstellen einige Haken vorhanden, aber dieser Grat ist keine Klettergartentour! 

Die konkrete Anreise beginnt am Bahnhof Imst-Pitztal. Dorthin gelangt man mit dem RJX z.B. aus Innsbruck oder Feldkirch. In Imst-Pitztal steigen wir in den Bus 155 ein, welcher über das Hahntennjoch nach Elmen fährt. Einen erheblichen Teil des Höhenunterschieds nimmt uns heute der Bus ab: Über 1.000 Höhenmeter legt dieser zurück, bis wir auf der Passhöhe des Hahntennjochs aussteigen.

Angekommen am Hahntennjoch. Foto: Simon Widy
Angekommen am Hahntennjoch. Foto: Simon Widy

Zustieg zum Grat

Auf einem gut markierten Weg durch Latschen und Felsen steigen wir zum Einstieg des Grates am Scharnitzsattel auf. Die eindrucksvolle Kulisse der schroffen Gipfel lässt bereits erahnen, was uns erwartet: Ausgesetzte Kraxelpassagen mit imposanten Tiefblicken.

Aufstieg zum Scharnitzsattel. Fotos: Simon Widy

Imster Muttekopf Nordostgrat

Der mit roten Punkten markierte Grat ist anhaltend anspruchsvoll und weist mehrere Stellen im III. Schwierigkeitsgrad auf. Der klettertechnisch interessante Teil des Grates ist sicherlich der erste Teil, welcher von 2.450 Metern bis auf etwa 2.600 Meter reicht. In diesem Bereich ist die Felsqualität kompakt und gut. Das Klettern macht hier richtig Spaß. 

Spaß am Grat. Fotos: Simon Widy

Die Schlüsselstelle ist vermutlich ein abdrängender Riss auf der Nordseite des Grates (roter Pfeil), aber auch andere Stellen sind ähnlich knifflig. Als Highlight blieb mir auch eine plattige Passage direkt am messerscharfen Grat in Erinnerung.

Die vermeintliche Schlüsselstelle: Ein abdrängender Riss; Oben herrscht Begeisterung. Fotos: Simon Widy

Kompakt, plattig und messerscharf: Nicht nur fürs Auge ein Erlebnis. Fotos: Simon Widy

Auf 2.600 Metern ändert sich das Gestein schlagartig und damit findet auch die attraktive Kletterei ein abruptes Ende. Auf dem nun fast schon sanften Rücken kommt man schnell voran und steht alsbald am Gipfel des 2.774 Meter hohen Imster Muttekopf.

Das Gestein ändert sich, der Rücken wird sanfter. Fotos: Simon Widy

Abstieg nach Pfafflar

Im Abstieg nutzen wir den großen Vorteil von Öffi-Touren aus, nicht zum Auto zurückkehren zu müssen. Anstatt zur Muttekopfhütte abzusteigen, was einen darauffolgenden Gegenanstieg von 500 Höhenmetern zum Scharnitzsattel bedeuten würde, steigen wir nach Westen über die Fundoasalpe nach Pfafflar ab. Bis zur Fundoasalpe folgen wir der Beschilderung in Richtung Hanauer Hütte. Der Weg ist nicht ganz ohne, in Anbetracht der bisher zurückgelegten Route sollte er aber keine groben Schwierigkeiten bereiten.

Wir folgen der Markierung zur Hanauer Hütte, die Abkürzung ist hier sehr unglücklich gewählt. Fotos: Simon Widy

Der Weg von der Fundoasalpe talauswärts zieht sich etwas, die wartende Stärkung im Gasthaus Pfafflar gibt uns aber nochmal eine extra Portion Motivation. Schlussendlich steigen wir gegenüber vom Gasthaus zufrieden in den Bus ein und fahren zurück nach Imst.

Talauswärts bis zum Gasthaus Pfafflar und der sich dort befindenden Bushaltestelle “Pfafflar Ort”. Fotos: Simon Widy

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   6:00 Std Wandern   950 HM   1.150 HM   10 km   GPX Track

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