Der Bahnhof „Hopfgarten im Brixental Berglift“ ist über den Knotenpunkt Wörgl hervorragend erreichbar. Mit Umstieg in Wörgl beträgt die Fahrzeit von Salzburg knapp 1:30 Stunden. Alternativ verkehrt mit dem IR 710 eine Direktverbindung von Salzburg, die mit knapp drei Stunden Fahrzeit allerdings deutlich länger dauert.
Mit Plan zum Berg – Personalisierte Fahrplanabfrage
Mein Startpunkt Ende Mai ist nicht direkt am Bahnhof, sondern fünf Minuten entfernt beim Hotel Das Hohe Salve neben der Bergbahn. Los geht es um 12:30 Uhr, was Ende Mai auf dem nur wenig beschatteten Weg eine gute Sonnenschutz nötig macht.
Die Salvenbahn ist in fünf Gehminuten von der Bahnstation Berglift erreichbar und nach der Unterführung beim Bahnhof direkt sichtbar. Direkt rechts neben der Bergbahn beginnt die gut beschilderte, asphaltierte Straße bergauf, die auch ein beliebter Radweg ist und heute neben Fahrrädern vor allem von einigen Traktoren befahren wird. Dieser leicht begehbare Weg ist fast vollständig der Sonne ausgesetzt, lediglich eine kleine Waldabkürzung spendet etwas Schatten. Dafür bietet der Weg schöne Ausblicke auf die heute stark bewölkten Kitzbüheler Alpen.


Die Mittelstation wird auf diesem Weg in etwas weniger als 1:15 Stunden erreicht. Für eine kürzere Wanderung kann dieser Abschnitt ohne schlechtes Gewissen mit der Bergbahn übersprungen werden oder als perfekte Bike-&-Hike-Tour dienen. Der einzige kleinere Höhepunkt ist ein kleiner Wasserfall direkt an der Straße kurz vor der Mittelstation.
Ab hier stehen zwei Varianten zur Wahl: über den Speicher- & Salvensee Richtung Osten oder über die Kleine Salve Richtung Westen. Für den Aufstieg wähle ich die längere Route über den Salvensee. Der Asphalt geht in Schotter über, Radfahrer werden seltener und die Strecke führt an einer Baustelle für einen neuen Speichersee vorbei. Nach rund 45 Minuten ist der Speichersee erreicht, der mit Liegestühlen zu einer Pause einlädt.

Anstatt der Forststraße zu folgen, führt ein Waldweg am Ende des kleinen Sees in etwa 15 Minuten bergauf, bis die Forststraße erneut gekreuzt wird. Von dort sind es auf der Forststraße noch etwa 45 Minuten bis zum Gipfelbereich. Immer wieder eröffnen sich dabei spektakuläre Ausblicke auf den Wilden Kaiser. Vor allem auf dem letzten Teil des Weges sind zahlreiche Familien mit Kindern unterwegs, und ein Versorgungshubschrauber fliegt regelmäßig zur Hohen Salve und wieder runter. Generell ist es an diesem Donnerstag im Mai sehr umtriebig am Berg.

Nach etwas mehr als drei Stunden Gehzeit ab dem Start ist der Gipfel mit Kirche und Gipfelalm erreicht (die Wegweiser geben dafür eine Gehzeit von 4:30 Stunden an). Aufgrund von Sanierungsarbeiten herrscht auf der sehr gut besuchten Alm reger Betrieb. Für die vollständige Auswahl der warmen Küche bis 15:30 Uhr komme ich leider ein paar Minuten zu spät. Daher entscheide ich mich für eine auf der Alm selbst hergestellte Eisvariation.
Nach 30 Minuten Pause geht es über das Gipfelkreuz zurück. Direkt neben der Bergbahn ist eine ältere Dame gestürzt und hat sich mehrere Schürfwunden zugezogen. Mehrere Menschen sind auf dem gut besuchten Gipfel bereits zur Hilfe geeilt. Obwohl die Hohe Salve insgesamt ein sehr angenehmes und leichtes Wanderterrain bietet, bleibt sie natürlich dennoch ein Berg.


Auf dem Rückweg bin ich bis zur Mittelstation komplett alleine unterwegs, was vermutlich mit der letzten Ban zu tun hat. Neben dem Wilden Kaiser sind nun auch das Juffinger Jöchl sowie der Kleine und Große Pölven ins Panorama hinzugekommen.

Bei dem kleinen, etwa zehnminütigen Abstecher auf die Kleine Salve wartet ein weiterer Bergsee. Auf der Kleinen Salve selbst gibt es zwar kein Gipfelkreuz, dafür aber eine Holzschaukel einen perfekten Rastplatz.
Bis zur Mittelstation führt der Weg anschließend durch einen Wald und vorbei an einigen Kühen und Ziegen. Von dort geht es auf ähnlicher Route zurück. Die letzten 30 Minuten gehe ich allerdings diesmal über den ausgeschilderten Weg der alten Rodelbahn anstelle des komplett asphaltierten Weges zurück nach Hopfgarten.


Insgesamt benötige ich von Start bis Ziel knapp sechs Stunden, wobei am Gipfel eine etwa 30-minütige Pause eingelegt wurde.
Fazit
Wer ein einsames alpines Erlebnis sucht, ist auf der Hohen Salve am falschen Berg. Wer hingegen einen abwechslungsreichen und belebten Berg mit langer Gehstrecke und zahlreichen möglichen Abkürzungen schätzt, für den ist die Hohe Salve definitiv einen Besuch wert.
Alternativen
Als Ausgangspunkt bietet sich auch Brixen im Thale an, das mit denselben Bahnverbindungen erreichbar ist. Von dort empfiehlt sich eine Route über die Kleine Salve aufwärts und anschließend hinunter Richtung Salvensee. Ebenfalls möglich ist eine Überschreitung über die Nordseite von oder nach Söll – wobei die öffentliche Anbindung hier nicht ganz ideal ist (nach einer Wanderung auf den Pölven ist der Autor schon einmal gestrandet).



