Kleine Karawanken-Überschreitung von Kranjska Gora in Slowenien ins Kärntner Gailtal

Radendorfer Alm mit Faaker See und Wörthersee. Foto: Dieter Fleck

Von Kärnten ist mit der Karawankenbahn die benachbarte slowenische Oberkrain rasch und unkompliziert erreichbar, wodurch sich auch Möglichkeiten ergeben, Touren in unserem schönen Nachbarland mit Öffis zu erwandern. Und dank der Koralmbahn gehen sich viele solche Ausflüge inzwischen für uns Grazerinnen und Grazer ebenfalls im Rahmen eines Tagesausfluges leicht aus.

Gleichsam als Bahn-zum-Berg-Einstiegstour will ich eine Karawanken-Überschreitung von Slowenien nach Kärnten präsentieren, jedoch nicht im hochalpinen Zentral- oder weitläufigen Ostteil, sondern über die eher unspektakulären westlichen Ausläufer dieses großen (und großartigen) Gebirges. Von unserem Ausgangspunkt der Wanderung, dem bekannten Tourismuszentrum Kranjska Gora, ging es im Rahmen einer Mittelgebirgswanderung auf die beiden Gipfel Visoka Bavha / Steinwipfel (1.650 Meter) und Kamnati vrh / Steinberg (1.656 Meter). Der Abstieg erfolgte entlang des markierten Weges über die Radendorfer Alm und den Buschenschank Trabinerhof nach St. Leonhard bei Siebenbrunn.

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Mit den neuen Stadler-Garnituren der Slowenischen Eisenbahnen fuhren wir von Villach (mit der Koralmbahn gibt es sehr gute Anschlüsse aus Graz) nach Jesenice. Direkt gegenüber dem Bahnhofsgebäude dieser slowenischen Schwerindustriestadt befindet sich die Bushaltestelle für die Weiterfahrt nach Kranjska Gora. Obwohl dorthin stündlich Busse verkehren, sind zumindest im Frühjahr 2026 die Umsteigzeiten etwas verhatscht. Die dadurch entstehende Wartezeit kann aber z.B. mit einem Spaziergang zum interessanten Stadtteil „Stara Sava“ oder mit dem Verkosten slowenischer Spezialitäten (so wie es wir mit einem Glaserl Cviček machten 😊) genutzt werden. Schließlich ging es mit einem Bus der slowenischen Busgesellschaft „Arriva“ zu unserem Ausgangspunkt, den kleinen Busbahnhof von Kranjska Gora.

Wanderung

Vom Busbahnhof in der Koroška cesta folgten wir dem schmalen Fußweg ein paar Meter nach Westen, dann sahen wir schon die Wegweiser Richtung Norden (Trbiž / Tarvisio; Podkoren, Čez Peči). Wir querten die Hauptstraße und hielten uns dann gleich rechts und dann gut 100 m weiter wieder links (Wegweiser Srednji vrh). Entlang des Güterweges ging es zügig bergauf, wobei sich immer wieder großartige Blicke über Kranjska Gora hinweg zu den einmalig schönen Felsbergen der Julischen Alpen ergaben.

Kranjska Gora mit Razor (links) und Prisank (rechts). Foto: Dieter Fleck
Kranjska Gora mit Razor (links) und Prisank (rechts). Foto: Dieter Fleck

Nach einer Kehre tauchte eine gute Viertel-Gehstunde später rechterhand ein Gebäude auf, die ehemalige Jausenstation Srnjak (im Frühjahr 2026 abgezäunt und unzugänglich). Dort verließen wir die Straße und folgten linkerhand einem Waldweg zu einer hübschen Almwiese. Danach stiegen wir sehr steil hinauf zur kleinen Jagdhütte Brlogi, ebenfalls auf einer Wiese gelegen, mit Sender und natürlich schönen Julier-Blicken.

Koča Brlogi mit Razor und Prisank. Foto: Dieter Fleck
Koča Brlogi mit Razor und Prisank. Foto: Dieter Fleck

Kurz folgten wir dem Güterweg zur Straßenkreuzung, wo der Wegweiser „Hike & Fly“ den Weiterweg anzeigt. Diese feine Steigerl brachte uns flott hinauf zum nächsten Güterweg. Hier hielten wir uns links und schritten, leicht bergab, das Panorama gen Westen genießend, bis unterm Sedlo Bavhica / Wauhza-Sattel.

Blick zum italienischen Teil der Julischen Alpen mit Wischberg und Montasch…
Blick zum italienischen Teil der Julischen Alpen mit Wischberg und Montasch…
…und Blick zum Jalovec (links) sowie Mangart (rechts); an unteren Bildrand sind Sprungschanzen von Planica zu erkennen. Fotos: Dieter Fleck
…und Blick zum Jalovec (links) sowie Mangart (rechts); an unteren Bildrand sind Sprungschanzen von Planica zu erkennen. Fotos: Dieter Fleck

Wir verließen die Straße und wechselten zum Sattel und damit zur Staatsgrenze. Dieser ging’s links haltend entlang, vorerst eben zu einer kleinen Wiese mit Obstbaum in der Mitte. Wir blieben weiterhin auf der Schneid und gelangten über einen schwachen Fußweg zur Gipfelwiese der Visoka Bavha bzw. des Steinwipfels.

Auf dem Gipfel der Visoka Bavha bzw. des Steinwipfels. Foto: Dieter Fleck
Auf dem Gipfel der Visoka Bavha bzw. des Steinwipfels. Foto: Dieter Fleck

Nach der Gipfelrast wandern wir entlang eines Steigerls – immer parallel zur Grenze – in den ca. 1.550 Meter hohen Sattel zwischen unseren beiden Bergen. Der Anstieg auf den Kamnati vrh / Steinberg ist recht steil, auch führt kein eindeutiger Weg hinauf, aber letztendlich konnten wir doch unschwierig Steigspuren Richtung Gipfel finden. Auch auf dem Kamnati vrh / Steinberg befindet sich eine kleine Wiese, der Gipfel ist zudem mit Gipfelzeichen und -buch inszeniert.

Für den Abstieg vertrauten wir uns dem österreichischen markierten Weg an, über den wir bald zur aussichtsreichen Radendorfer Alm kamen (schöner Rastplatz!).

Radendorfer Alm mit Faaker See und Wörthersee. Foto: Dieter Fleck
Radendorfer Alm mit Faaker See und Wörthersee. Foto: Dieter Fleck

Nach der Alm ging’s entlang der Forststraße bzw. über markierte Abkürzungen talwärts; hinter dem Kremplbründl zweigt der Wanderweg rechts ab und wir erreichten daraufhin die schöne Blockflur mit dem Trabinerhof, auf einem Sporn hoch über dem Gailtal gelegen.

Trabinerhof mit Dobratsch…
Trabinerhof mit Dobratsch…
… und mit Mirnock, Palnock, Wöllaner Nock und Gerlitzen. Fotos: Dieter Fleck
… und mit Mirnock, Palnock, Wöllaner Nock und Gerlitzen. Fotos: Dieter Fleck

Bei diesem Mostbuschenschank kehrten wir ein und wurden mit feinsten selbstgemachten Spezialitäten (Brettljause, Reindling, Most) verwöhnt. Erst danach schritten wir der Straße entlang steil hinab in Gailtal.

Richtung St. Leonhard kürzten wir entlang eines Güterweges durch landwirtschaftliche Fluren ab; da wir an einem Freitag unterwegs waren, konnten wir von der Bushaltestelle St. Leonhard Volksschule die Rückreise zum Villacher Hauptbahnhof antreten (um von dort gleich weiter nach Graz zu reisen). Damit ersparten wir uns auch die knappe halbe Stunde Gehzeit entlang des in den Online-Kartenwerken dargestellten (und spärlich ausgeschilderten) Marien-Pilgerwegs (über Riegersdorf) zur Bahnstation Neuhaus an der Gail.

Fazit

Einsame Bergwanderung im kaum besuchten Westteil der Karawanken; besonders reizvoll sind die unterschiedlichen Panoramen zwischen Auf- und Abstieg: Einerseits die Blicke in die wilde Felskulisse der Julischen Alpen, anderseits jene über Zentralkärnten mit Seen und sanften Hügeln bzw. Bergen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   6:30 Std Wandern   950 HM   1.250 HM   16.5 km   GPX Track

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3 Kommentare

  1. Lieber Dieter,
    danke für diesen feinen Wander-Tipp! Die Anreise aus Graz könnte, wenn die Infos stimmen, auch direkt über Arnoldstein erfolgen. Zumindest im Juli und August😉
    Der FB-Beitrag https://www.facebook.com/share/p/1bGdRguCS9/ verheißt das zumindest. Sollten die Umstiegszeiten in Arnoldstein auch „verhatscht“ sein, gibt’s im Café Central zumindest einen Pfiff Hirter zur Überbrückung der Wartezeit😁
    *****
    🚌 New international bus line: Arnoldstein 🇦🇹 –Tarvisio 🇮🇹 –Kranjska Gora 🇸🇮

    From 1 July to 31 August 2026, a new cross-border bus line will run daily, connecting Kranjska Gora, Tarvisio and Arnoldstein.

    The line connects Kranjska Gora with nearby multimodal hubs in Italy and Austria, offering visitors a more sustainable, simple and carefree way to access the Julian Alps destination. 🏔️

    The service is funded by the Regional Development Agency Posočje Development Centre as part of the TRANS-BORDERS+ project.

    The Julian Alps. We take you there.

    #skupnostjulijskealpe #julianalpscommunity #julijskealpe #julianalps #ifeelsLOVEnia 💚
    *****
    Liebe Grüße, Martina

    1. Liebe Martina,
      Danke für die Info! Das ist eine echt klasse Busverbindung! Hoffentlich etwas Langlebiges! (Und es gibt wahrlich etwas Schlimmeres als ein „Stehzeit-Hirter“ 🙂 )
      Herzliche Grüße
      Dieter

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