Mit Plan zum Berg – Personalisierte Fahrplanabfrage
Wenn man unter der Woche flexibel sein kann und der Wetterbericht freundlich klingt, muss man das einfach nutzen. Gedacht, getan und so hab ich einen Tag im Büro gegen einen Tag auf den Skiern getauscht. Als Ziel hatte ich mir das Rössel ausgesucht. Ein Gipfel, den ich bisher nur vom Sommer her kannte und auf meinen Reichstein-Wanderungen auch immer nur mit einem Blick gewürdigt hatte. Gestartet bin ich bei der Bushaltestelle Skiarena Präbichl, das war möglich, weil der Skibetrieb bereits eingestellt war.


Start der Tour bei der Skiarena am Präbichl; Skitransport im Bus. Fotos: Martina Friesenbichler
Bei laufendem Betrieb fährt man einfach eine Haltestelle weiter und steigt bei der Passhöhe Präbichl in die Tour ein. Die Anreise erfolgt ganz bequem mit dem Bus 820, der werktags stündlich zwischen Kapfenberg und Eisenerz pendelt. Das hat wirklich reibungslos funktioniert, auch mit den Tourenski im Gepäck.
Und weil das Skigebiet bereits Saisonschluss hat, kann ich die ersten 300 Höhenmeter auch gemütlich über die verwaiste Piste aufsteigen. Keine Aprés-Ski-Beschallung beim Aufstieg, nur meine Felle und das Knirschen des Schnees unter den Brettern.

Nach diesem Pistenabschnitt, der bei der Bergstation vom Grübllift endet, geht es dann endlich ins Gelände. Langsam baut sich eine fantastische Kulisse auf. Vor mir zieht der Eisenerzer Reichstein meinen Blick auf sich. Direkt gegenüber blicke ich zum Polster, markant wie eh und je und deutlich erkenne ich die legendären Polsterrinnen. Und weiter rechts schweift mein Blick über das Laminegg bis zum Hochturm, zwei weitere attraktive Tourenziele in dieser Region.




Allein bin nicht lange. Ein anderer Tourengeher – vom Präbichlerhof kommend – gesellt sich zu mir, und man kommt ins Reden. Wie das halt so ist, wenn zwei mit ähnlichem Ziel im Schnee unterwegs sind. Und zack, hatte ich nicht nur Gesellschaft, sondern auch neue Infos: Tipps für Abfahrtsvarianten, Ratschläge für die Route und als Bonus ein paar Geheimtipps zu Sommertouren in der Region. Den in diesem Zusammenhang erwähnten Grüblzinkenschacht kannte ich bis dato nicht mal vom Namen her.
Der Aufstieg ist kurzweilig und entspannt. Immer wieder halte ich an und inne und genieße die traumhafte Szenerie. Am Rösselhals angekommen, trennen sich dann unsere Wege. Mein Begleiter geht weiter Richtung Reichstein, während ich mich auf den Schlussanstieg zum Rössel freue. Oben am Rössel dann: Windstille, Aussicht deluxe und das gute Gefühl, dass es sich immer lohnt, die Tourenski aus dem Keller zu holen.


Gipfelkreuz gibt es keines, aber ein schmaler Grat, den es auf den letzten Metern zu überschreiten gilt, ist ein mehr als würdiger Ersatz und sorgt auch für ein leichtes Kribbeln im Bauch. Nach zahlreichen Fotos und einem ausgiebigen Sonnenbad führt mich die Abfahrt zunächst zurück zum Rösselhals. Es sind noch feine Schwünge, die ich ziehen kann, bevor eine steilere Rinne unterhalb vom Rösselhals fordernder wird. Ein paar beherzte Schwünge (und Sprünge) durch den tiefen Frühjahrssulz und auch diese etwas schwierigere Stelle ist gemeistert. Über die verlassene Piste schwinge ich schließlich zurück zur Bushaltestelle.



Fazit
Bei entsprechenden Verhältnissen auch im Mai noch eine schöne Skitour mit mehreren Abfahrtsvarianten und herrlichem Panorama.
