Skitour auf das Rössel – den Reichstein immer im Blick

Rössel (1.855 Meter). Foto: Martina Friesenbichler

Wenn man unter der Woche flexibel sein kann und der Wetterbericht freundlich klingt, muss man das einfach nutzen. Gedacht, getan und so hab ich einen Tag im Büro gegen einen Tag auf den Skiern getauscht. Als Ziel hatte ich mir das Rössel ausgesucht. Ein Gipfel, den ich bisher nur vom Sommer her kannte und auf meinen Reichstein-Wanderungen auch immer nur mit einem Blick gewürdigt hatte. Gestartet bin ich bei der Bushaltestelle Skiarena Präbichl, das war möglich, weil der Skibetrieb bereits eingestellt war.

Start der Tour bei der Skiarena am Präbichl; Skitransport im Bus. Fotos: Martina Friesenbichler

Bei laufendem Betrieb fährt man einfach eine Haltestelle weiter und steigt bei der Passhöhe Präbichl in die Tour ein.  Die Anreise erfolgt ganz bequem mit dem Bus 820, der werktags stündlich zwischen Kapfenberg und Eisenerz pendelt. Das hat wirklich reibungslos funktioniert, auch mit den Tourenski im Gepäck.

Und weil das Skigebiet bereits Saisonschluss hat, kann ich die ersten 300 Höhenmeter auch gemütlich über die verwaiste Piste aufsteigen. Keine Aprés-Ski-Beschallung beim Aufstieg, nur meine Felle und das Knirschen des Schnees unter den Brettern.

Aufstieg zunächst über die Piste. Foto: Martina Friesenbichler
Aufstieg zunächst über die Piste. Foto: Martina Friesenbichler

Nach diesem Pistenabschnitt, der bei der Bergstation vom Grübllift endet, geht es dann endlich ins Gelände. Langsam baut sich eine fantastische Kulisse auf. Vor mir zieht der Eisenerzer Reichstein meinen Blick auf sich.  Direkt gegenüber blicke ich zum Polster, markant wie eh und je und deutlich erkenne ich die legendären Polsterrinnen. Und weiter rechts schweift mein Blick über das Laminegg bis zum Hochturm, zwei weitere attraktive Tourenziele in dieser Region.

Kurz nach der Bergstation des Grüblifts beginnt das freie Gelände. Foto: Martina Friesenbichler
Kurz nach der Bergstation des Grüblifts beginnt das freie Gelände. Foto: Martina Friesenbichler
Erster Blick zum Rössel. Foto: Martina Friesenbichler
Erster Blick zum Rössel. Foto: Martina Friesenbichler
Polster (links) und Hochturm (rechts). Foto: Martina Friesenbichler
Polster (links) und Hochturm (rechts). Foto: Martina Friesenbichler
Eisenerzer Reichenstein. Foto: Martina Friesenbichler
Eisenerzer Reichenstein. Foto: Martina Friesenbichler

Allein bin nicht lange. Ein anderer Tourengeher – vom Präbichlerhof kommend – gesellt sich zu mir, und man kommt ins Reden. Wie das halt so ist, wenn zwei mit ähnlichem Ziel im Schnee unterwegs sind. Und zack, hatte ich nicht nur Gesellschaft, sondern auch neue Infos: Tipps für Abfahrtsvarianten, Ratschläge für die Route und als Bonus ein paar Geheimtipps zu Sommertouren in der Region.  Den in diesem Zusammenhang erwähnten Grüblzinkenschacht kannte ich bis dato nicht mal vom Namen her.

Der Aufstieg ist kurzweilig und entspannt. Immer wieder halte ich an und inne und genieße die traumhafte Szenerie.  Am Rösselhals angekommen, trennen sich dann unsere Wege. Mein Begleiter geht weiter Richtung Reichstein, während ich mich auf den Schlussanstieg zum Rössel freue. Oben am Rössel dann: Windstille, Aussicht deluxe und das gute Gefühl, dass es sich immer lohnt, die Tourenski aus dem Keller zu holen.

Am Rösselhals mit Blick zum Rössel. Foto: Martina Friesenbichler
Am Rösselhals mit Blick zum Rössel. Foto: Martina Friesenbichler
Auch die Gams hat Freude an der Aussicht. Foto: Martina Friesenbichler
Auch die Gams hat Freude an der Aussicht. Foto: Martina Friesenbichler

Gipfelkreuz gibt es keines, aber ein schmaler Grat, den es auf den letzten Metern zu überschreiten gilt, ist ein mehr als würdiger Ersatz und sorgt auch für ein leichtes Kribbeln im Bauch.  Nach zahlreichen Fotos und einem ausgiebigen Sonnenbad führt mich die Abfahrt zunächst zurück zum Rösselhals. Es sind noch feine Schwünge, die ich ziehen kann, bevor eine steilere Rinne unterhalb vom Rösselhals fordernder wird. Ein paar beherzte Schwünge (und Sprünge) durch den tiefen Frühjahrssulz und auch diese etwas schwierigere Stelle ist gemeistert. Über die verlassene Piste schwinge ich schließlich zurück zur Bushaltestelle.

Rössel (1.855 Meter). Foto: Martina Friesenbichler
Rössel (1.855 Meter). Foto: Martina Friesenbichler
Ganz links waren noch ein paar Schwünge im Pulver möglich. Foto: Martina Friesenbichler
Ganz links waren noch ein paar Schwünge im Pulver möglich. Foto: Martina Friesenbichler
Schwerer Schnee bei der restlichen Abfahrt. Foto: Martina Friesenbichler
Schwerer Schnee bei der restlichen Abfahrt. Foto: Martina Friesenbichler

Fazit

Bei entsprechenden Verhältnissen auch im Mai noch eine schöne Skitour mit mehreren Abfahrtsvarianten und herrlichem Panorama.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   3:00 Std Skitour   750 HM   750 HM   7 km   GPX Track

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert